Das Problem
E-Sports hat sich von einem rein digitalen Phänomen zu einem sozialen und kulturellen Ereignis entwickelt. Spiele wie League of Legends werden zunehmend auch in analogen Kontexten wie Public Viewings oder Community-Events gemeinsam erlebt, doch das Potenzial kollektiver Stimmung und Interaktion wird dabei häufig nicht vollständig genutzt.
Viele E-Sports-Public-Viewings bleiben passiv gestaltet: Digitale Beteiligungsmechaniken wie Reactions oder Predictions sind weiterhin auf private Online-Plattformen beschränkt. Dadurch entsteht eine Lücke zwischen dem interaktiven digitalen Spielökosystem und dem analogen Event-Erlebnis, für die Veranstalter:innen bislang strukturierte und nachhaltige Lösungen fehlen – genau hier setzt Veno an.
Die Lösung
VENO begegnet diesen Herausforderungen mit einem modularen, serviceorientierten Ansatz. Über eine digitale Plattform lassen sich Veranstaltungen anhand zentraler Parameter wie Location-Größe, Budget und Bedarf konfigurieren, wobei passende Module vorgeschlagen werden – von physischen Elementen wie Dekoration und Raumkonzepten bis hin zu digitalen Inhalten und hybriden Formaten.
Als Schnittstelle zwischen Veranstalter:innen, Anbieter:innen und Lizenzgebern bündelt Veno relevante Akteur:innen in einem klar strukturierten System und übernimmt Koordination sowie Umsetzung. Dadurch wird Eventplanung nicht nur effizienter, sondern auch nachhaltiger, da Module wiederverwendbar, skalierbar und digitale Inhalte als ressourcenschonende Alternative zu Einmalproduktionen eingesetzt werden.
Was zeichnet ein Public Viewing Event mit Veno aus?
Hybride Interaktion
Public Viewings mit Veno verbinden das analoge Gemeinschaftserlebnis mit digitalen Beteiligungsformaten. Besucher:innen können über Reactions, Umfragen und Predictions aktiv am Event teilnehmen, wodurch kollektive Stimmung sichtbar gemacht und das Spielerlebnis vertieft wird.
Modulare Planung
Veno ermöglicht eine flexible und standortgerechte Eventgestaltung. Module lassen sich je nach Location, Budget und Bedarf kombinieren, wodurch sowohl kleine als auch große Public Viewings effizient und professionell umgesetzt werden können.
Nachhaltige Umsetzung
Durch wiederverwendbare Module und digitale Inhalte reduziert Veno Einmalproduktionen und Ressourcenverbrauch. Events werden nicht als Einzelprojekte gedacht, sondern als skalierbare, nachhaltige Systeme mit langfristigem Mehrwert.
User Journey Map
Im Rahmen des Projekts wurden mehrere User Journeys entwickelt, unter anderem aus der Perspektive von Besucher:innen eines Public-Viewing-Events. Die Journey umfasst Touchpoints wie das Entdecken des Events, die Informationsphase, Ticketkauf, Ankunft am Venue, Interaktion während des Events sowie Nachwirkungen nach dem Spiel.
Diese Analyse half dabei, Pain Points wie Orientierungslosigkeit, Wartezeiten oder fehlende Interaktionsmöglichkeiten zu identifizieren. Gleichzeitig wurden Potenziale sichtbar, etwa durch digitale Begleitung, interaktive Umfragen, Reaction Walls und personalisierte Inhalte. Die Erkenntnisse flossen direkt in die Konzeption der Services und Module von Veno ein.
Value Proposition Map
Die Value Proposition von Veno liegt in der Reduktion von Komplexität. Veranstalter:innen stehen vor der Aufgabe, hochwertige Events unter Zeit- und Budgetdruck umzusetzen. Veno bietet ihnen eine klare Struktur, modulare Entscheidungsgrundlagen und professionelle Lösungen, ohne den Planungsaufwand zu erhöhen.
Durch die Verbindung von Veranstalter:innen, Anbieter:innen und Lizenzgebern entsteht ein Ökosystem, das Effizienz, Qualität und Nachhaltigkeit miteinander vereint.
Service Blueprint
Ein Service Blueprint ist ein visuelles Werkzeug, das die Interaktionen zwischen Nutzer:innen, beteiligten Akteur:innen und internen Prozessen abbildet, um Schwachstellen zu identifizieren, Abläufe zu optimieren und ein nahtloses Serviceerlebnis zu ermöglichen.
Der Blueprint für Veno visualisiert die Reise von Veranstalter:innen und Besucher:innen von der Eventplanung über die modulare Konfiguration bis hin zur Durchführung des Public Viewings und der analogen und digitalen Interaktionen vor Ort. Während Nutzer:innen über die Plattform Events zusammenstellen, Informationen erhalten und interaktive Features nutzen, laufen im Hintergrund die Koordination mit Anbieter:innen und Lizenzgebern, die technische Integration sowie organisatorische und nachhaltige Prozesse ab. Dieses Modell unterstützt effiziente Abläufe und sorgt für ein konsistentes, hybrides Event-Erlebnis.
Business Model Canvas
Das Business Model Canvas von Veno zeigt, wie die Plattform als Schnittstelle zwischen Veranstalter:innen, Anbieter:innen und Lizenzgebern funktioniert. Durch die Kuration modularer Event-Bausteine, den Betrieb einer digitalen Planungsplattform und die Koordination aller Beteiligten ermöglicht Veno eine effiziente und strukturierte Umsetzung hybrider Veranstaltungen.
Der Mehrwert liegt in der Vereinfachung komplexer Eventplanung sowie in der nachhaltigen Nutzung wiederverwendbarer Module. Einnahmen entstehen durch Service- und Lizenzmodelle sowie projektbasierte Eventpakete, während Kosten vor allem durch Plattformbetrieb, Personal und Koordination anfallen, wodurch Veno ein skalierbares und zukunftsfähiges Geschäftsmodell bietet.
Die App
Die Veno-App ergänzt das Public-Viewing-Erlebnis durch gezielte digitale Interaktionen während des Spiels. Besucher:innen können über Umfragen und Predictions ihre Einschätzungen zum Spielgeschehen abgeben und ihr Team aktiv anfeuern. Die kollektive Unterstützung wird visuell sichtbar, indem die LED-Farbe des jeweiligen Teams intensiver aufleuchtet, je mehr Personen sich beteiligen.
Außerhalb des eigentlichen Public Viewings bietet die App eine Reaction Wall als kreativen Raum. Hier gestalten und teilen Nutzer:innen eigene Sticker, um Eindrücke, Stimmung und Reaktionen zum Event auszudrücken, ohne das laufende Spiel zu stören. So entsteht ein ergänzender sozialer Austausch, der das Event über die Spielzeit hinaus erweitert.
Die Module
Die Challenge Zone sowie die Quiz- und Personality Station erweitern das Event um interaktive, spielerische Module, die Besucher:innen aktiv einbinden. Kurze Challenges und Quizformate schaffen Wettbewerb, Personalisierung und Spaß, lockern Wartezeiten auf und fördern den Austausch unter Fans. Durch vergleichbare Scores, kleine Belohnungen und teilbare Ergebnisse entsteht eine hohe Publikumswirksamkeit und zusätzliche Dynamik im Eventgeschehen.
Das Messageboard bzw. die Fan Wall ergänzt diese Module als niedrigschwellige, emotionale Interaktionsfläche. Besucher:innen können hier Gedanken, Reaktionen oder Wünsche festhalten, wodurch über die Eventdauer hinweg ein sichtbares Gemeinschaftsbild entsteht. Das Modul stärkt das Community-Gefühl, eignet sich besonders für Social Media und Aftermovies und erfordert dabei nur geringen organisatorischen Aufwand.
Fazit
Trotz anfänglicher Schwierigkeiten bei der Konzeption konnte das Projekt im Verlauf eine klare und interessante Richtung entwickeln. Besonders die Breite des Themas hybrider Online- und Offline-Events stellte zu Beginn eine Herausforderung dar, führte jedoch letztlich zu einem fokussierten Ziel mit erkennbarem Potenzial für Weiterentwicklung. Während die App-Entwicklung von Anfang an klar strukturiert war, erforderte der modulare Teil mehr Feinschliff, gewann jedoch mit fortschreitender Arbeit an Klarheit und Umsetzbarkeit. Insgesamt verstehen wir das Projekt als einen vielversprechenden Ausgangspunkt für eine weiterführende Auseinandersetzung mit modularer, hybrider Eventplanung und einem sonst im Studium wenig behandelten, offlinebasierten Themenfeld.
Ergebnisse App und Website
Website
Wir haben eine Webseite für Veno entwickelt, um das modulare Event-System anschaulich und verständlich zu präsentieren. Die Webseite dient als zentrale Plattform, auf der Veranstalter:innen alle relevanten Informationen zur Planung hybrider Events finden – von den verfügbaren Modulen und Nutzungsmöglichkeiten bis hin zu konzeptionellen Hintergründen und Kontaktoptionen.
Autor:innen
Lara Bösinger
Viktor Schander
Betreuung
Prof. Damian Gerbaulet