modo ist ein ganzheitliches Service-System, das eine physische Hardware-Komponente mit einer digitalen Anwendung verbindet, um Kindern dabei zu helfen, tägliche Routinen selbstständig zu meistern. Ziel des im Rahmen des Fachs Service Design entwickelten Konzepts ist es, Eltern im stressigen Alltag spürbar zu entlasten, während sie dennoch am Leben ihrer Kinder teilhaben und gleichzeitig die Kinder zu motivieren und spielerisch zu Unterstützen.
Von der Idee zum System: Die Evolution von modo
Das Projekt hat seinen Ursprung im Fach UX-Design, wo die erste Idee eines physischen Produkts in Form einer Leiste entstand. In Service Design wurde dieses Konzept grundlegend weiterentwickelt.
Der Fokus verschob sich weg vom reinen Produkt hin zu einer umfassenden Lösung, die das Nutzungserlebnis, den sozialen Kontext und wirtschaftliche Faktoren einbezieht.
Strategische Modelle
Zur Strukturierung des Services wurden Tools wie der Service-Blueprint, die Value Proposition Canvas und die Business Model Canvas eingesetzt.
Technologischer Sprung
Die ursprüngliche Bluetooth-Anbindung wurde durch eine serverbasierte Cloud-Lösung (ESP32) ersetzt, was eine ortsunabhängige Nutzung und Echtzeit-Synchronisation ermöglicht.
Das Product-Redesign: Die modo-Box
Im Zentrum des Services steht nun die modo-Box. Statt einer starren Leiste fungieren nun individuelle Bausteine als Repräsentation der einzelnenPersonen / Kinder, die durch Herunterdrücken den Scan-Vorgang auslösen.
Interaktion: Ein multisensorisches Feedback durch LED-Elemente und Sound unterstützt das Kind bei der Erledigung der Aufgaben.
Flexibilität: Die Box kann entweder zentral im Wohnzimmer für hausweite Routinen (z. B. Morgenroutine) oder raumspezifisch (z. B. im Bad für das Zähneputzen) eingesetzt werden.
Gamification: Motivation durch Selbstwirksamkeit
Ein Kernaspekt von modo ist das pädagogische Konzept, das sich bewusst vom klassischen „Zuckerbrot und Peitsche“-Prinzip distanziert.
Kooperation: Belohnungen erfolgen primär durch emotionale Anreize wie den „Party-Modus“ der Box oder gemeinschaftliche Familienaktivitäten und verschiedne Arten der Belohnung, die Eltern auf ihr Kind zuschneidern können.
Im Handbuch sprechen wir eine Empfehlung je nach Alter und Kindertyp aus, aber natürlich ist das sehr individuell.
Kindertypen: Da jedes Kind anders reagiert, wurden situative Verhaltensmuster definiert (z. B. struktur-liebend oder freiheits-liebend), um Eltern ein individuelles Onboarding und verschiedene Spielmöglichkeiten zu ermöglichen.
Spielbrett / Familienabenteuer-Pfad: Ein physisches Spielbrett macht Fortschritte im Wohnzimmer sichtbar und stärkt das Kompetenzgefühl der Kinder. Darauf können mit verschiednen Spielmodi Figuren von den Kindern weitergesetzt werden um Ereigniskarten, interaktive Storryelemente und Entscheidungen zu treffen. Dabei steht die Familienzeit und das Miteinander im Fokus.
Das Service-Ökosystem im Überblick
Um eine nahtlose Erfahrung zu gewährleisten, besteht modo aus mehreren aufeinander abgestimmten Touchpoints abgesehen von der Box für die Kinder.
Die App: Dient den Eltern als Schaltzentrale für die Organisation von Aufgaben und die Verfolgung von Fortschritten.
Das Handbuch: Ein pädagogischer Leitfaden, der Hintergrundwissen zu Routinen und langfristiger Motivation vermittelt
Die Website: Bietet ein dynamisches Erlebnis inklusive eines Erklärvideos, Onboarding mit Kindertypen, etc. das den Einstieg in das System erleichtert
Fazit und Ausblick
Im Fach Service Design haben wir modo von einer isolierten Produktidee zu einem ganzheitlichen Service-System weiterentwickelt, das den Familienalltag durch ein abgestimmtes Zusammenspiel von Hardware, App und Brettspiel spürbar entlastet. Mithilfe strategischer Tools wie dem Service Blueprint konnten wir funktionale Abläufe optimal mit emotionalem Mehrwert und wirtschaftlichem Denken verknüpfen. Unser Ziel ist es nun, dieses Konzept in ein reales Projekt zu überführen. Dafür haben wir uns bereits für das EXIST WOMEN Stipendium beworben, um modo über das Studium hinaus in die Umsetzung zu bringen :)