Was ist COMMONS?

COMMONS ist eine App, die es Menschen in Österreich ermöglicht, ihren Solarstrom-Überschuss kollektiv an lokale öffentliche Einrichtungen wie Schulen oder Kitas zu spenden. Statt überschüssigen PV-Strom ungenutzt und ohne nennenswerten Gegenwert ins Netz einzuspeisen, wird er über COMMONS gezielt lokalen Einrichtungen zugeordnet, die dadurch Netzentgelte und Steuern sparen. Das eingesparte Geld fließt in einen städtischen Impact-Topf, über dessen Verwendung die spendende Community per In-App-Voting demokratisch mitbestimmt.

Die Kernprobleme

Für private Erzeuger:innen lohnt sich die Einspeisung kaum noch. Aktuelle Marktpreise liegen nur bei etwa 5 bis 8 Cent pro Kilowattstunde, bei Balkonkraftwerken entfällt eine Vergütung meist komplett.

Kommunen stehen unter Sparzwang. Schulen und Kitas müssen ihren Strom zu teuren Netztarifen einkaufen, was Budgets an anderer Stelle kürzt.

Energie fehlt im Alltag jeder emotionale oder lokale Bezug. Eingespeister Strom verschwindet anonym im Netz, ohne dass ein spürbarer Impact sichtbar wird.

Die Zielgruppe

Die primäre Zielgruppe sind private Haushalte mit eigener Dach-Photovoltaikanlage oder Balkonkraftwerk, insbesondere in vorstädtischen Wohngebieten mit Einfamilienhäusern, wo ausreichend Dachfläche und gewachsene Nachbarschaftsstrukturen vorhanden sind.

Diese Haushalte erzeugen bereits regelmäßig ungenutzte Stromüberschüsse, haben dafür aber keinen zufriedenstellenden Abnahmekanal. Sie reagieren überdurchschnittlich positiv auf ein Modell, das sozialen Mehrwert über eine minimale finanzielle Vergütung stellt.

Auf der Empfängerseite stehen öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten und Freizeitzentren. Sie nutzen die App zwar nicht direkt, sind aber als Stakeholder entscheidend für Erfolg und Akzeptanz des Modells vor Ort.

    Wie funktioniert COMMONS?

    Kern des Konzepts ist das Prinzip der bilanziellen Zuordnung. Strom lässt sich im Netz physikalisch nicht personenscharf zuordnen. Deshalb übernimmt eine Matching-Engine diese Zuordnung rechnerisch und rechtlich. Sobald ein Haushalt seinen Eigenbedarf gedeckt hat, fließt der Überschuss ins Netz. Die Matching-Engine gleicht diesen Überschuss im 15-Minuten-Takt mit dem Verbrauch einer Empfänger-Einrichtung ab und weist ihr die entsprechende Menge Kilowattstunden zu. Die dafür nötigen Werte liest COMMONS automatisiert und rechtssicher über das österreichische EDA-Portal aus den Smart-Meter-Daten aus. Die eingesparte Stromrechnung der Einrichtung fließt anschließend in den städtischen Impact-Topf, über dessen Verwendung die Community abstimmt.

    Die vier Bereiche der App

    Erste Prototyp-Tests zeigten schnell, dass eine reine Live-Kennzahl auf der Startseite nicht ausreicht. Die Nutzer:innen wollten mehr sehen: Verlauf, Gemeinschaft und Mitbestimmung. Aus dieser Erkenntnis entwickelte sich COMMONS zu einem System, das auf vier Bereichen ruht:

    Home

    Der Ausgangspunkt der App. Hier sieht die Nutzerin ihren wöchentlichen Spendenbeitrag in kWh, übersetzt in eine greifbare Wirkung – etwa „entspricht 7 warmen Mahlzeiten in der Kita“ – ergänzt um Community-Beitrag und eingespartes CO₂.

    Community

    Ein sozialer Feed, der von System und Einrichtungen gespeist wird: Danke-Meldungen einer Kita, Willkommensnachrichten für neue Mitglieder und kollektive Meilensteine wie „10.000 kWh seit Gründung gespendet“.

    Projekte

    Hier bündelt sich die demokratische Mitbestimmung: Eine Live-Budget-Anzeige des Impact-Topfes, aktive Votings über konkrete Vorhaben und ein fotobasiertes Erfolgs-Archiv bereits umgesetzter Projekte.

    Dashboard

    Hier werden die gespendeten kWh im Detail sichtbar. Es wird die Verteilung über die Woche, wahlweise auch über Monat oder Jahr gezeigt. Darunter listet die App auf, welche Institutionen wie viel erhalten haben, Nachrichten von ihnen und den Spendenverlauf.

    Das Design

    Statt kühler Balken und nüchterner Zahlen setzt COMMONS auf ein Farbschema, das an Sonnenlicht erinnert: warme Coraltöne fließen sanft in dunkle Flächen über, umgeben von viel Off-White als ruhigem Gegenpol.

    Große, editorial gesetzte Zahlen tragen die wichtigsten Informationen, damit man den eigenen Beitrag auf den ersten Blick versteht, ohne ihn lesen zu müssen.

    Runde Boxen mit weichem Schatten und ein leichter Glassmorphism-Effekt auf den dunklen Hero-Flächen sorgen dafür, dass selbst technische Werte wie Live-Daten nicht klinisch, sondern greifbar und einladend wirken.

    Persönlich verbunden

    Schon beim Onboarding können Nutzer:innen einen Avatar auswählen oder ein eigenes Profilbild hochladen.

    Zusätzlich erhält jedes Mitglied eine persönliche Vereins-ID. So bekommt jedes Profil von Anfang an eine persönliche und wiedererkennbare Form.

    Die persönliche Darstellung unterstützt das Konzept der App, dass Energie nicht anonym bleibt, sondern mit den Menschen verbunden wird, die sie erzeugen, spenden oder erhalten. So wird sichtbar, dass hinter jeder Energiespende eine reale Person und ein Beitrag zur Community steht.

    Community & Austausch

    Der Community-Bereich zeigt, dass das Spenden von Energie in Zukunft nicht nur eine technische Funktion sein könnte, sondern auch Menschen miteinander verbindet.

    Nutzer:innen können lokale Projekte entdecken, Veranstaltungen im Kalender finden, eigene Beiträge erstellen und sich über Kommentare austauschen.

    Dadurch entsteht eine Plattform, auf der Energie gemeinsam organisiert, geteilt und sichtbar gemacht wird. So wird gezeigt, wie aus einer einzelnen Energiespende eine gemeinschaftliche Bewegung entstehen könnte.

    Anwendungsvideo

    Hier geht es zum Prototypen

    Prototyp